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Projektcheck - Inhalte zum Üben

Was haben Sie in diesem Kapitel gelernt?

  • Ein Projekt ist ein Problem, das durch produktives Denken gelöst wird, während eine Aufgabe reproduktives Denken erfordert und Routine darstellt.
  • Routinetätigkeiten haben bekannte Ziele und Mittel, geringe Komplexität und keine zeitlichen Begrenzungen.
  • Projekte zeichnen sich durch ein einmaliges, vorab definiertes Ziel aus, dessen Mittel zur Zielerreichung unbekannt sind, und sind mit hoher Komplexität, Risiken und Unsicherheiten verbunden.
  • Projekte erfordern begrenzte, spezifisch zugewiesene Ressourcen und oft interdisziplinäre Zusammenarbeit, während Routinetätigkeiten standardisierte Ressourcen und klare Verantwortlichkeiten innerhalb eines Teams nutzen.
  • Der Projektcheck hilft, zwischen Projekten und Routinetätigkeiten zu unterscheiden, wobei die Grenzen fließend sein können.
  • Projekte werden nach Vorgehensmodell (traditionell oder agil), Auftraggeber (intern oder extern) und Projektgegenstand (Investitions-, Organisations-, Forschungs- und Entwicklungsprojekte) klassifiziert.
  • Die Stacy-Matrix unterstützt bei der Auswahl des Projektmanagementansatzes, indem sie Klarheit der Anforderungen und Vertrautheit mit der Technologie bewertet.
  • Traditionelles Projektmanagement (z. B. Wasserfallmodell, V-Modell) eignet sich für Projekte mit klaren Anforderungen und bekannter Technologie, ist aber unflexibel bei Änderungen.
  • Agiles Projektmanagement ist für dynamische Projekte mit unklaren Anforderungen geeignet und setzt auf iterative Zyklen und flexibles Feedback.
  • Interne Projekte haben kurze Kommunikationswege, aber erhöhte Einflussnahme; externe Projekte erfordern vertragliche Vereinbarungen und sind stärker von Marktbedingungen abhängig.
  • Investitionsprojekte zielen auf langfristige Wertschöpfung, Organisationsprojekte auf Effizienzsteigerung und Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf Innovation und Wettbewerbsvorteile.

Übungsfragen

1. Warum ist die Unterscheidung zwischen Routinetätigkeit und Projekt wichtig?

Sie ist wichtig, da Projekte einen deutlich höheren Planungsaufwand erfordern. Bei Projekten müssen Ziele, Abläufe, Strukturen und Ressourcen definiert werden, während Routinetätigkeiten Teil des Tagesgeschäfts sind und ohne zusätzlichen Aufwand bearbeitet werden können.

2. Welche typischen Merkmale kennzeichnen ein Projekt im Vergleich zu einer Routinetätigkeit?
  • Vorab definiertes Ziel
  • Hohe Komplexität
  • Neuartige Bedingungen
  • Begrenzte, speziell zugewiesene Ressourcen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Klare Verantwortlichkeiten
  • Definierter Anfangs- und Endpunkt
3. Welche Rolle spielen Risiken und Unsicherheiten bei Projekten?

Risiken und Unsicherheiten sind zentral, da Projekte neuartig sind und Ergebnisse nicht vollständig vorhersehbar sind. Sie erfordern sorgfältige Planung, laufendes Monitoring und flexible Anpassung.

4. Was beschreibt die Stacy-Matrix und wozu dient sie?

Die Stacy-Matrix beschreibt den Zusammenhang zwischen der Klarheit der Anforderungen und der Vertrautheit mit der Technologie. Sie dient als Entscheidungshilfe zur Auswahl des passenden Projektmanagementansatzes (traditionell oder agil).

5. Welche Stärken und Schwächen haben das Wasserfall- und das V-Modell?
  • Wasserfallmodell: linear, klar strukturierte Phasen, gute Dokumentation; aber geringe Flexibilität bei Änderungen.
  • V-Modell: ergänzt jede Entwicklungsphase mit einer Testphase, reduziert Fehler und Risiken; bleibt jedoch ebenfalls starr und wenig anpassungsfähig.
6. Was sind die zentralen Prinzipien des agilen Projektmanagements?
  • Iteratives Vorgehen in kurzen Zyklen
  • Flexible Anpassung an Veränderungen
  • Kontinuierliches Feedback durch Nutzer
  • Schrittweise Entwicklung bis zum fertigen Produkt
7. Wie unterscheiden sich interne und externe Projekte in Bezug auf Auftraggeber und Formalitäten?
  • Interne Projekte: Auftraggeber aus der eigenen Organisation, kurze Kommunikationswege, Risiko fehlender schriftlicher Fixierung.
  • Externe Projekte: Auftraggeber außerhalb der Organisation, formale Verträge und vertragliche Verpflichtungen, Wettbewerbssituation.
8. Welche drei Projektarten lassen sich nach dem Gegenstand unterscheiden und was sind ihre Ziele?
  • Investitionsprojekte: Bau oder Herstellung von Sachanlagen zur langfristigen Wertschöpfung.
  • Organisationsprojekte: Optimierung von Strukturen und Prozessen, Steigerung von Effizienz und Anpassungsfähigkeit.
  • Forschungs- und Entwicklungsprojekte: Innovation durch neues Wissen, neue Technologien oder verbesserte Produkte.
9. Transferfrage: Angenommen, Sie sollen die Einführung einer neuen Software in Ihrem Unternehmen begleiten. Handelt es sich um ein Projekt oder eine Routinetätigkeit? Begründen Sie Ihre Einschätzung.

Es handelt sich um ein Projekt, da mehrere Kriterien zutreffen:

  • Einmaliges, vorab definiertes Ziel (Einführung einer spezifischen Software).
  • Hohe Komplexität durch Anpassungen, Schulungen und Integration in bestehende Systeme.
  • Neuartige Bedingungen, da die Software bisher nicht genutzt wurde.
  • Begrenzte Ressourcen (Zeit, Budget, Personal) müssen gezielt eingeplant werden.
  • Interdisziplinarität, da IT, Fachabteilungen und Management zusammenarbeiten müssen.
  • Klare Verantwortlichkeiten und ein definierter Projektzeitraum sind notwendig.
  • Klar definierter Anfangs- und Endpunkt, da die Einführung der Software mit dem Wunsch danach beginnt und zu einem gewissen Zeitpunkt fertig sein muss. Im Unterschied zu einer Routinetätigkeit erfordert die Einführung somit Planung, Steuerung und Koordination – klassische Merkmale eines Projekts.